Schluss mit Benachrichtigungs-Chaos: Diese versteckte Google Maps Einstellung kennen die wenigsten

Wer kennt es nicht: Man möchte nur kurz einen Blick aufs Smartphone werfen, und schon poppt wieder eine Benachrichtigung von Google Maps auf. Mal sind es Verkehrsupdates zur Heimfahrt, mal Vorschläge für Restaurants in der Nähe oder Erinnerungen, eine Bewertung zu hinterlassen. Was zunächst praktisch klingen mag, entwickelt sich schnell zu einer echten Nervensäge. Diese ständigen Unterbrechungen können nicht nur beim Arbeiten oder in wichtigen Momenten stören, sondern auch den Akku belasten und die Aufmerksamkeit rauben.

Die gute Nachricht: Google Maps lässt sich ziemlich granular einstellen, sodass ihr die volle Kontrolle darüber bekommt, wann und worüber die App euch informieren darf. In diesem Ratgeber zeige ich euch zwei bewährte Methoden, mit denen ihr die Benachrichtigungsflut in den Griff bekommt – ohne dabei auf wirklich wichtige Informationen verzichten zu müssen.

Warum sendet Google Maps überhaupt so viele Benachrichtigungen?

Bevor wir zur Lösung kommen, lohnt sich ein kurzer Blick hinter die Kulissen. Google Maps möchte mehr sein als nur ein Navigationstool – die App positioniert sich als persönlicher Assistent für Mobilität und lokale Entdeckungen. Das bedeutet: Machine-Learning-Algorithmen analysieren euer Nutzungsverhalten, eure häufig besuchten Orte und eure Bewegungsmuster. Daraus leitet die App ab, wann ihr vermutlich zur Arbeit fahrt, welche Route ihr nehmen werdet und welche Orte euch interessieren könnten.

Die Datenerfassung ist dabei umfangreicher als viele vermuten. Studien zeigen, dass Android-Smartphones den Standort bis zu 340 Mal täglich an Google übermitteln – selbst wenn das Gerät nicht aktiv genutzt wird. Diese kontinuierliche Datensammlung bildet die Grundlage für die personalisierten Benachrichtigungen und Vorschläge.

Das Problem dabei: Was für den einen hilfreich ist, empfindet der andere als aufdringlich. Besonders ärgerlich wird es, wenn Google Maps mitten in der Nacht Benachrichtigungen zu gespeicherten Orten verschickt oder während wichtiger Meetings Restaurantvorschläge einblendet. Zum Glück müsst ihr diese Bevormundung nicht hinnehmen.

Methode 1: Benachrichtigungen direkt in Google Maps anpassen

Der eleganteste Weg führt direkt über die Google Maps App selbst. Hier habt ihr die Möglichkeit, sehr detailliert zu steuern, welche Arten von Benachrichtigungen ihr erhalten möchtet und welche nicht.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die App-Einstellungen

Öffnet zunächst die Google Maps App auf eurem Smartphone. In der oberen rechten Ecke findet ihr euer Profilbild oder die Initialen eures Namens – tippt darauf. Es öffnet sich ein Menü mit verschiedenen Optionen. Wählt hier den Punkt Einstellungen aus.

Innerhalb der Einstellungen scrollt ihr bis zum Menüpunkt Benachrichtigungen. Hier offenbart sich die ganze Vielfalt dessen, worüber Google Maps euch auf dem Laufenden halten möchte. Die Liste kann je nach Nutzungsverhalten und App-Version leicht variieren, aber typischerweise findet ihr folgende Kategorien:

  • Verkehrsupdates: Informationen über Staus, Verzögerungen oder schnellere Alternativrouten auf euren häufig genutzten Strecken
  • Orte in der Nähe: Vorschläge für Restaurants, Cafés oder Sehenswürdigkeiten basierend auf eurem aktuellen Standort
  • Beiträge zu deinen Orten: Aufforderungen, besuchte Orte zu bewerten oder Fotos hochzuladen
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Updates zu Fahrplänen oder Verspätungen bei euren gespeicherten Routen
  • Updates zu geteilten Reisen: Benachrichtigungen, wenn jemand seinen Standort mit euch teilt
  • Lokale Guides: Tipps und Empfehlungen aus der Google-Community

Geht nun systematisch durch diese Liste und deaktiviert jene Benachrichtigungen, die ihr als störend empfindet. Ein einfacher Schieberegler oder ein Häkchen genügt, um diese Funktionen stumm zu schalten.

Feintuning für fortgeschrittene Nutzer

Ein cleverer Tipp: Ihr müsst nicht alle Benachrichtigungen komplett deaktivieren. Verkehrsupdates können beispielsweise durchaus sinnvoll sein, wenn ihr regelmäßig pendelt und frühzeitig über Staus informiert werden möchtet. In diesem Fall lasst diese Kategorie aktiv und schaltet nur die werblichen oder community-basierten Benachrichtigungen aus.

Manche Nutzer berichten auch, dass die Option Reisezeit zur Arbeit/nach Hause besonders penetrant sein kann. Diese Funktion sendet proaktiv Benachrichtigungen, wenn Google vermutet, dass ihr bald losfahren werdet. Wenn ihr flexible Arbeitszeiten habt oder einfach selbst entscheiden möchtet, wann ihr aufbrecht, solltet ihr auch diese Option deaktivieren.

Methode 2: Systemweite Kontrolle über die Smartphone-Einstellungen

Wenn euch die Benachrichtigungen von Google Maps so sehr nerven, dass ihr am liebsten gar nichts mehr von der App hören möchtet, gibt es einen noch radikaleren Ansatz: die komplette Deaktivierung aller Benachrichtigungen auf Systemebene.

Für Android-Nutzer

Öffnet die Einstellungen eures Android-Smartphones. Je nach Hersteller und Android-Version kann die Menüführung leicht abweichen, aber der Weg ist ähnlich. Sucht nach dem Menüpunkt Apps oder Anwendungen. Hier seht ihr eine Liste aller installierten Apps.

Scrollt zu Google Maps und tippt darauf. Nun wählt ihr den Unterpunkt Benachrichtigungen aus. Hier wird es interessant: Android zeigt euch nicht nur einen simplen Ein-Aus-Schalter, sondern aufgeschlüsselt alle Benachrichtigungskategorien, die Google Maps nutzt. Diese entsprechen größtenteils den Kategorien, die ihr auch in der App selbst findet, können aber noch detaillierter sein.

Ihr könnt nun entweder ganz oben den Hauptschalter umlegen, um sämtliche Benachrichtigungen zu blockieren, oder ihr geht in die einzelnen Kategorien und passt dort sogar die Priorität, den Ton und die Anzeigeart an. Besonders praktisch: Ihr könnt festlegen, dass Benachrichtigungen zwar in der Benachrichtigungsleiste erscheinen, aber nicht als Banner über anderen Apps aufpoppen.

Für iOS-Nutzer

iPhone-Besitzer finden die entsprechenden Einstellungen unter Einstellungen, dann Mitteilungen und schließlich Google Maps. Auch hier lässt sich granular steuern, wie sich die App verhalten soll. Ihr könnt Benachrichtigungen komplett deaktivieren oder festlegen, dass sie nur im Mitteilungscenter erscheinen, nicht aber als Banner oder auf dem Sperrbildschirm.

Welche Methode ist die richtige für euch?

Die Frage, ob ihr die Benachrichtigungen in der App oder in den Systemeinstellungen anpassen solltet, hängt von eurem Nutzungsverhalten ab. Die App-Einstellungen bieten mehr Kontext und erklären, worum es bei den einzelnen Kategorien geht. Die Systemeinstellungen hingegen geben euch zusätzliche Optionen wie die Steuerung von Tönen, Vibrationen und der Anzeigeart.

Meine Empfehlung: Startet mit den Einstellungen in der Google Maps App. Hier bekommt ihr das beste Verständnis dafür, welche Benachrichtigungen die App überhaupt verschickt. Falls euch das nicht reicht oder ihr zusätzliche Kontrolle über das Verhalten der Benachrichtigungen haben möchtet, ergänzt eure Anpassungen in den Systemeinstellungen.

Achtung bei Navigation und wichtigen Funktionen

Ein wichtiger Hinweis: Wenn ihr Benachrichtigungen komplett deaktiviert, betrifft das auch Meldungen während der aktiven Navigation. Das bedeutet, dass ihr möglicherweise keine Audio-Hinweise mehr bekommt, wenn ihr Google Maps als Navi nutzt. In diesem Fall solltet ihr zumindest die Kategorie für Navigationshinweise aktiv lassen oder die Benachrichtigungen nur temporär stummschalten.

Es gibt allerdings ein Problem, das sich derzeit nicht über die Einstellungen lösen lässt: Seit einem Update fordert Google Maps Fahrer während der Fahrt mit akustischen Signalen und Bildschirmtexten auf, gemeldete Verkehrsstörungen zu bestätigen. UX-Experten und Sicherheitsforscher warnen vor diesem Feature, da es zu unerwarteten Zeiten erscheint und Fahrer ablenkt – besonders in kritischen Verkehrssituationen wie beim Spurwechsel oder Einfädeln auf die Autobahn. Bislang gibt es keine Möglichkeit, diese Funktion auszuschalten.

Einige Nutzer berichten auch, dass nach einem App-Update die Benachrichtigungseinstellungen zurückgesetzt werden können. Es lohnt sich also, nach größeren Updates einen kurzen Kontrollblick in die Einstellungen zu werfen, um sicherzugehen, dass alles noch wie gewünscht konfiguriert ist.

Mit diesen Anpassungen holt ihr euch die Kontrolle über euer Smartphone zurück. Google Maps bleibt ein nützliches Werkzeug für Navigation und Orientierung – jetzt aber zu euren Bedingungen und ohne ständige Ablenkung. Probiert verschiedene Einstellungen aus und findet die Balance, die für euren Alltag am besten funktioniert.

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